Erforderliche Unterlagen
- ✓Reisepass (6 Monate gültig)
- ✓Rückflugticket
- ✓Hotelreservierung
- ✓Foto
eVisa für Tourismus mit drei Aufenthaltsoptionen. Gebühren wurden im Februar 2026 erhöht.
Madagaskar, eine vor der Ostküste Afrikas im Indischen Ozean gelegene Insel von der Größe Frankreichs und Belgiens zusammen, ist eines der biogeographisch eigentümlichsten Länder der Welt. Vor rund 88 Millionen Jahren vom indischen Subkontinent abgetrennt, entwickelte sich hier eine Flora und Fauna, in der über 80 Prozent der Arten endemisch sind: über hundert Lemurenarten, die ikonischen Baobab-Bäume, Chamäleons in unzähligen Varianten und der Fingertier-Lemur Aye-Aye gehören zu ihren Bewohnern.
Die Bevölkerung von rund 30 Millionen Menschen, gegliedert in achtzehn offiziell anerkannte Volksgruppen wie Merina, Betsileo, Sakalava und Antandroy, geht auf eine Migrationsbewegung austronesischer Seefahrer aus dem heutigen Indonesien und Borneo zurück, die etwa im fünften bis siebten Jahrhundert auf afrikanische Bevölkerungen trafen. Diese ungewöhnliche Genese spiegelt sich in der malagasy-Sprache wider, deren austronesische Wurzeln noch heute klar erkennbar sind. Im neunzehnten Jahrhundert vereinigte das Königreich Imerina den größten Teil der Insel, ehe Frankreich 1896 die Kolonialherrschaft errichtete; 1960 erlangte Madagaskar die Unabhängigkeit.
Wirtschaftlich zählt das Land trotz seines Reichtums an Rohstoffen, Vanille – Madagaskar ist Weltmarktführer –, Nelken und seltenen Mineralien zu den ärmsten Staaten der Welt, immer wieder erschüttert von politischen Krisen und Wirbelstürmen. Kulturell verbindet Madagaskar afrikanische, indonesische und arabische Einflüsse zu einer einzigartigen Synthese. Die Reisterrassen des Hochlandes, die Famadihana-Zeremonie der Ahnenumbettung, die Klänge der Valiha-Bambusharfe und Schriftsteller wie Jean-Joseph Rabearivelo machen die Insel kulturell ebenso bemerkenswert wie ökologisch.
Deutsche Staatsangehörige erhalten für Madagaskar ein Visum bei der Einreise an internationalen Flughäfen oder vorab als E-Visum. Der Reisepass muss noch mindestens sechs Monate über das Reiseende hinaus gültig sein und genügend freie Seiten enthalten.
Es gilt eine Empfehlung zu erhöhter Vorsicht. Die Sicherheitslage ist in den großen Städten, vor allem Antananarivo, durch Kleinkriminalität, Taschendiebstahl und gelegentliche Wohnungseinbrüche geprägt. In ländlichen Gebieten, insbesondere im Süden und Südwesten, kommt es immer wieder zu Überfällen durch sogenannte Dahalo, bewaffnete Viehdiebe; Überlandfahrten sollten ausschließlich tagsüber erfolgen. Demonstrationen sind politisch sensibel und zu meiden.
Gesundheitlich besteht in Küsten- und Tieflandregionen Malariarisiko, eine Prophylaxe ist empfohlen. Eine Gelbfieber-Impfung wird bei Einreise aus Endemiegebieten verlangt. Standardimpfungen sowie Hepatitis A und B, Typhus, Tollwut und gegebenenfalls Cholera werden geraten. Die medizinische Versorgung ist außerhalb der Hauptstadt sehr eingeschränkt, eine Auslandskrankenversicherung mit Rückholoption ist unverzichtbar. Es kommt regelmäßig zu Pestausbrüchen, vor allem in der Regenzeit.
Klimatisch unterscheidet sich die Insel deutlich: Die Ostküste ist feucht-tropisch mit ganzjährigen Niederschlägen, der Westen und Süden sind trocken. Die Zyklon-Saison reicht von Januar bis März und kann zu massiven Schäden und Reiseausfällen führen. Die ideale Reisezeit liegt zwischen April und November, wobei die Walbeobachtungssaison vor Île Sainte-Marie von Juli bis September Höhepunkt vieler Reisen ist.
Bezahlt wird mit dem Ariary. Kreditkarten werden nur in größeren Hotels akzeptiert, Bargeld dominiert. Inlandsflüge sind teuer, aber häufig der praktischere Weg über die großen Distanzen.
Stand: 2026-04-18. Sicherheitslage und Einreiseregeln können sich jederzeit ändern.
Stand: 2026-04-18. Verbindlich sind ausschließlich die offiziellen Quellen unten.
Visa- und Einreiseentscheidungen liegen final bei den jeweiligen Behörden und Grenzbeamten.
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